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    Was ist Zervixschleim? Ist er dasselbe wie Ausfluss?

    Veröffentlicht am 05. Oktober 2023
    Überprüfte Fakten
    Medizinisch geprüft von Renita White, M.D., Fachärztin für Geburtshilfe und Gynäkologie, Georgia Obstetrics and Gynecology, Georgia, USA
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    Über Zervixschleim spricht man eher selten. Er spielt aber eine wichtige Rolle in deinem Zyklus, vor allem, wenn du schwanger werden willst. Hier erfährst du, was du dazu wissen solltest.

    Die meisten Frauen und menstruierenden Menschen haben Ausfluss. Wusstest du aber, dass Zervixschleim – der Ausfluss zum Zeitpunkt des Eisprungs – fest zu deinem Zyklus gehört?  

    Es kommt dir vielleicht nicht so wichtig vor, haarklein alles über Ausfluss zu erfahren. Wenn du aber versuchst, schwanger zu werden, solltest du dich mit Zervixschleim auskennen. Oft kannst du daran nämlich erkennen, ob gerade dein Eisprung erfolgt und du daher am fruchtbarsten bist. 

    Auch wenn du gerade keinen Kinderwunsch hast, kann es deinem Selbstbewusstsein guttun, zu wissen, was in deinem Körper passiert. 

    Die Art, Menge und Beschaffenheit von Ausfluss und Zervixschleim sind bei uns allen unterschiedlich. Daher kann es beruhigend sein, wenn du weißt, was für dich und deinen Zyklus gesund ist. Du stellst dann auch leichter Veränderungen deines Ausflusses fest, die auf Probleme hindeuten könnten (z. B. bei Farbe oder Geruch). 

    Natürlich ist Zervixschleim nicht unbedingt ein Thema, das in der Schule behandelt wird. Es ist also nicht deine Schuld, wenn du wenig darüber weißt. Wir haben mit Jennifer Boyle, M.D., einer Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Massachusetts General Hospital in Massachusetts, USA, gesprochen, um offene Fragen zu klären. 

    Was ist Zervixschleim? Ist er dasselbe wie Ausfluss?

    Um herauszufinden, was der Unterschied zwischen Zervixschleim und Ausfluss ist, beginnen wir mit einer kleinen Biologiestunde. Ausfluss ist ein Oberbegriff für alles, was deine Vagina im Laufe deines Zyklus produziert. Und er hat eine ziemlich wichtige Funktion: deine Vagina gesund zu erhalten, indem er abgestorbene Zellen und Bakterien hinausbefördert. Du stellst vielleicht fest, dass Menge, Beschaffenheit und Farbe (meist klar bis milchig weiß) deines Ausflusses sich im Laufe des Monats verändern. Das ist völlig normal.

    Stell dir den Zervixschleim als nur eine Zutat deines Ausflusses vor. Wie der Name schon sagt, kommt die Flüssigkeit aus den Drüsen in der und um die Zervix (auch Gebärmutterhals genannt) und nicht direkt aus der Vagina. Sie spielt aber eine ebenso wichtige Rolle. 

    Die Zervix ist ein kleiner, aber entscheidender donutförmiger Teil deines Fortpflanzungssystems, der „aus zwei Arten von Zellen besteht“, erklärt Boyle. Für gewöhnlich ist sie 2,5 cm lang und verbindet den oberen Teil der Vagina mit dem unteren Teil der Gebärmutter. „Der äußere Teil der Zervix ist mit sogenannten Plattenepithelzellen überzogen, aus denen auch die Haut oder die Vagina bestehen. Der innere Teil der Zervix besteht aus Drüsenzellen, und diese produzieren Zervixschleim“, sagt Boyle. „Das ist anders als bei den Sekreten bzw. dem Ausfluss der Vagina.“

    Wozu dient nun dieser Schleim? „Die wichtigste Aufgabe des Zervixschleims ist es, um den Eisprung herum das Sperma in die Gebärmutter und anschließend in die Eileiter befördern zu helfen. Nach dem Eisprung bildet er eine schützende Barriere, damit nichts in die Gebärmutter gelangen kann“, erklärt die Ärztin. „Das Aussehen und die Menge des Zervixschleims ändern sich im Laufe des Zyklus. In der ersten Woche nach deiner Periode [wenn dein fertiles Fenster noch nicht begonnen hat], gibt es kaum Zervixschleim.“ Clever, was?

    Unterschiedliche Arten von Zervixschleim

    In jedem Zyklus arbeitet der Körper Tag und Nacht, um sich auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Das bedeutet, dein Gehirn und die verschiedenen Teile deines Fortpflanzungssystems (Eierstöcke, Gebärmutterhals usw.) kommunizieren ständig miteinander, um sicherzustellen, dass alles richtig funktioniert. 

    Der Menstruationszyklus unterteilt sich in drei Phasen: Follikelphase, Eisprung und Lutealphase. Jede davon wirkt sich anders auf deinen Hormonspiegel aus, und das wiederum direkt auf die Farbe, Beschaffenheit und Menge von Ausfluss und Schleim, die dein Körper produziert. Und wann kommt nun der Zervixschleim? Seine Produktion wird hauptsächlich von dem Hormon Östrogen gesteuert, das auch für einige der anderen Veränderungen im Zyklus verantwortlich ist.

    Direkt nach deiner Periode hast du meist einige „trockene Tage“, an denen sehr wenig Ausfluss produziert wird und du daher womöglich kaum Spuren in deiner Unterwäsche findest. Nach dieser Phase bemerkst du wahrscheinlich mehr Schleim beim Abwischen nach dem Pinkeln. 

    „Zervixschleim ist sehr wichtig für unsere Gesundheit und Fruchtbarkeit“, erklärt Boyle. „Wenn du allerdings nicht gerade mit einem Spekulum in deine eigene Vagina hineinsiehst, kann es schwer zu sagen sein, ob der Schleim, den du beim Abwischen oder in der Unterwäsche bemerkst, von der Zervix oder Vagina kommt.“

    Wenn du dich fragst, ob bestimmter Zervixschleim normal ist oder wodurch er verursacht wird, erfährst du von der Ärztin Jennifer Boyle mehr darüber, warum er möglicherweise von Tag zu Tag anders aussieht und sich anders anfühlt.

    Weißer Zervixschleim

    „Zervixschleim ist in der Regel nicht weiß. Wenn du also recht viel weißen Ausfluss siehst, ist das wahrscheinlich Vaginalsekret und kein Zervixschleim“, erklärt sie. Ausfluss, der weiß und cremig aussieht, ist für gewöhnlich gesund. Am wahrscheinlichsten bemerkst du ihn am Anfang und Ende deines Zyklus. Wenn du dickflüssigen weißen Ausfluss und Juckreiz hast, könnte das auf eine Hefepilzinfektion hinweisen. Lass es lieber ärztlich abklären.

    Wässriger Zervixschleim

    „Der Zervixschleim verändert sich nach und nach im Laufe des Zyklus. Direkt nach deiner Periode ist er sehr spärlich und nicht erkennbar. Wie der Zervixschleim beim Eisprung aussieht? Kurz vor dem Eisprung verändert er sich tatsächlich. Er ist glitschig, spinnbar und ähnelt rohem Eiweiß. Manchmal erscheint er wässrig, oder deine Unterwäsche fühlt sich feuchter an“, sagt Boyle. (Wenn du weiterscrollst, kannst du mehr über Zervixschleim an den fruchtbaren Tagen lesen.) 

    Wässriger Ausfluss, der mehr als ein paar Tage andauert, kommt mir nicht wie normaler Zervixschleim vor. Das könnte ein Anzeichen für eine Infektion oder ein anderes Problem sein und sollte ärztlich untersucht werde“, so Boyle. Auch rosa Ausfluss kann immer mal wieder vorkommen.

    Klebriger Zervixschleim

    „Klebrigen Zervixschleim sieht man typischerweise nach dem Eisprung. Nach dem Eisprung setzen die Eierstöcke Progesteron frei. Dadurch wird der Zervixschleim dickflüssiger und klebrig. Auf diese Weise dichtet der Körper die Gebärmutter zum Schutz einer möglichen Schwangerschaft ab“, sagt Boyle. „Manchmal findest du klebrige Klümpchen von diesem Schleim in deiner Unterwäsche.“

    Dickflüssiger Zervixschleim

    Wie bereits gesagt, ist dickflüssiger Zervixschleim typisch nach dem Eisprung, weil der Progesteronspiegel ansteigt.

    Zervixschleim an fruchtbaren Tagen: Wie sieht er aus?

    Wenn sich der Eisprung nähert, beginnt auch bald dein fertiles Fenster. Dann ist es am wahrscheinlichsten, dass die Eierstöcke eine Eizelle freisetzen. Meistens passiert das in der Mitte des Zyklus. Es kann aber auch von Monat zu Monat unterschiedlich sein. Um diesen Zeitpunkt herum stellst du sicher noch eine andere Veränderung bei deinem Ausfluss fest. Für gewöhnlich produzieren wir dann nämlich wegen des hohen Östrogenspiegels mehr Schleim. 

    „Zervixschleim an den fruchtbaren Tagen wird oft mit Eiweiß verglichen. Er ist sehr glitschig und zieht Fäden. Meist ist er durchsichtig oder klar. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich oder schlimm, wenn du einen kleinen Blutfaden darin siehst“, erklärt die Ärztin. Der Schleim mit dieser Konsistenz hilft den gesunden Spermien, zur Eizelle zu gelangen. 

    Nach dem Eisprung wird der Ausfluss weniger. Er wird wieder klebrig und zieht vor der Periode auch keine Fäden mehr. Der Östrogenspiegel sinkt und das Progesteron übernimmt, um die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen. Wenn sich keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, setzt nach einigen Tagen deine Periode ein.

    Wie du anhand des Zervixschleims feststellt, ob du schwanger werden kannst

    Wir wissen also jetzt, dass die Drüsen im Gebärmutterhals den meisten Schleim während unseres fertilen Fensters produzieren. Da erscheint es sinnvoll, bei Kinderwunsch die Veränderungen des Ausflusses zu verfolgen. 

    Warum? Weil diese Veränderungen dir helfen, den wahrscheinlichen Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen und somit die beste Zeit für Sex zu erkennen. Und tatsächlich fand eine Studie von 2013 mit 331 Teilnehmerinnen mit Kinderwunsch an der University of North Carolina heraus, dass unter denjenigen, die ihren Zervixschleim ständig überwachten, signifikant mehr schwanger wurden als unter denjenigen, die das nicht taten.

    Bei manchen Menschen sind die Veränderungen möglicherweise nicht so offensichtlich wie beschrieben, und das ist auch ganz normal. Wenn du deinen Ausfluss ein paar Monate lang überwachst, bekommst du vielleicht ein besseres Auge für die Veränderungen. „Die meisten Menschen bemerken den reichlichen Zervixschleim direkt vor dem Eisprung schon allein beim Abwischen“, erklärt Boyle. „Manche führen auch den Finger in die Vagina ein, um auf Zervixschleim zu kontrollieren. Nach dem Stuhlgang kann es leichter sein, Zervixschleim zu finden, denn durch das Pressen kann er näher an den Ausgang der Vagina befördert werden.“

    Mit einer App zum Eisprung-Tracking wie Flo und unserem Eisprungrechner ist Schwangerwerden kein Ratespiel mehr. Du kannst mehrere Monate lang Veränderungen deines Ausflusses und deine Zyklusdaten eintragen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz hilft dir Flo herauszufinden, wann in deinem Zyklus wahrscheinlich deine fruchtbaren Tage sind.

    Denk daran: Die Eisprungvorhersagen sollten nie zur Verhütung verwendet werden.

    Übersicht über Ausfluss beim Eisprung

    Möglicherweise ist dir nicht ganz klar, worauf du eigentlich achten solltest. In der Übersicht unten kannst du sehen, was du im Laufe deines Zyklus in Hinsicht auf deinen Ausfluss erwarten kannst und wie du herausfindest, ob der Schleim fruchtbare oder unfruchtbare Tage anzeigt. 

    Welche Dinge den Zervixschleim beeinflussen können

    Bestimmte Medikamente, Erkrankungen und Hygieneprodukte können sich auf den Zervixschleim auswirken, den dein Körper produziert. Dazu gehören:

    Verschreibungspflichtige Östrogenpräparate, die im Rahmen von Fruchtbarkeitsbehandlungen oder gegen Probleme wie zu dünne Gebärmutterschleimhaut eingenommen werden, können die produzierte Schleimmenge erhöhen.

    Verhütungsmittel, die den Eisprung unterdrücken wie z. B. die Hormonspirale und Kombinationspillen, verändern deinen Zervixschleim, sodass du keinen eiweißähnlichen Ausfluss um die Mitte deines Zyklus herum feststellst.

    Übergewicht kann deinen Zyklus stören, weil Fettzellen die Menge an Östrogen (und damit Schleim) erhöhen, die dein Körper während des Zyklus produziert. 

    Eine sexuell übertragbare Infektion (STI) kann sich auf die Beschaffenheit deines Zervixschleims auswirken und manchmal dazu führen, dass sich Farbe und Geruch deines Ausflusses verändern. Mehr über Tests auf STIs kannst du hier lesen.

    Erkrankungen der Vagina wie bakterielle Vaginose (BV) und Hefepilzinfektionen (auch Candidose genannt) können Veränderungen von Farbe, Geruch und Beschaffenheit deines Schleims verursachen. Menschen mit BV könnten beispielsweise bemerken, dass ihr Ausfluss fis